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          Anstelle der Drehleiter kamen Steck- und Schiebeleitern zum Einsatz

  Realistische Hauptübung unter erschwerten Voraussetzungen im Altstadtbereich

 

Michelstadt. Realistischer hätte am Samstag die Jahreshauptübung der Kernstadtwehr in Verbindung mit dem Ortsverband des Technischen Hilfswerk nicht sein können.

Angenommen war ein Brand in den beiden durch eine Passage verbundenen  zweige-schossigen Gebäuden mit ausgebautem Dachgeschoss des Wohn- und

Geschäftshauskomplexes Weyrich an der Braunstraße  20 - 22.

Neben zwei Ladengeschäften und einem als Weinlokal genutztem Gewölbekeller befinden sich noch drei Wohnungen in dem Gebäudetrakt. Die meisten Geschäfte an der

Braunstraße haben um 14.00 Uhr schon geschlossen.

Betriebsamkeit hingegen herrscht in den Räumlichkeiten des ehemaligen Möbelhauses. In einer Wohnung findet eine Kindergeburtstagsfeier statt, als bei Renovierungs-

arbeiten in den gegenwärtig ungenutzten Räumlichkeiten der Passage durch ein defektes Gasheizgerät explodiert. Passanten sind es, die den Brandrauch  bemerken

und mittels Notruf die Zentrale Leitstelle informieren, die wiederum die Feuerwehr und den Rettungsdienst alarmiert. Schnell sind die Hilfskräfte  mit zwei Löschzügen

vor Ort, wo die enge Innenstadtbebauung ein besonders umsichtiges Vorgehen erfordert. Der erste Löschzug übernimmt die Personenrettung und die Brandbekämpfung

von der Braunstraße, der zweite Löschzug geht vom Parkplatz und über die Dachterrasse  gleichermaßen Brandbekämpfung und Personenrettung an. Schnell sind die

tragbaren Leitern zusammengesteckt, doch die für die Personenrettung aus dem Dachgeschoss vorgesehene Drehleiter versagt ihren Dienst -  sie kann nicht ausgefahren

werden. Die Wasserentnahme erfolgt aus Hydranten an der Braunstraße und der Hochstraße. Das Technische Hilfswerk kümmert sich nicht nur um die Verkehrsregelung,

sondern ist auch bei der Personenbergung über die Flachdachterrasse und beim Abtransport der geretteten Personen im Einsatz. Durch den Ausfall der anderenorts im

Einsatz befindlichen DRK-Bereitschaft sind es Feuerwehr- und Rettungssanitäter, in deren Händen die Versorgung der der siebzehn Verletzten und deren Abtransport liegt. 

„Auch wenn diesmal nicht so viele Stadtvertreter anwesend waren“, so Stadtbrandinspektor Gerd Beller bei der Manöverkritik in der Odenwaldhalle, freue er sich doch

über das große Zuschauerinteresse. Obwohl die Drehleiter ihrer Dienst versagt habe, seien die Einsatzkräfte den  Anforderungen unter Berücksichtigung der besonderen

Innenstadt-Gegebenheiten umsichtig, schnell und effektiv  gerecht geworden. In seiner Eigenschaft als Einsatzleiter dankte Beller nicht nur den Abschnittsleitern Jürgen

Obier, Gudio Trenner, dem für die Verletztenversorgung zuständigen Felix Allmann und THW-Zugführer Christopher Gasser für das kompetente Zusammenwirken,

sondern  auch Jugendfeuerwehrbetreuer Felix Halter und der THW-Jugendleiterin Larissa Jakubcyzek für die der Hauptübung voran gegange gelungene Jugendübung.

Im Einsatz waren 42 Feuerwehrleute und elf THW-Helfer.  Um vier C-Rohre mit Wasser zu versorgen, mussten 440 Meter Schlauch-leitung verlegt werden. In Vertretung

von Bürgermeister Stephan Kelbert, der wegen des zur gleichen Zeit im Kühgrund stattfindenden CVYM-Jubiläums nicht  an der Abschlussbesprechung teilnehmen konnte,

dankte Stadtrat Bernd Pfeifer für die immer währende Einsatzbereitschaft  der Helfer mit dem Versprechen, die im städtischen Investitionsprogramm festgeschriebene Ersatzbeschaffung für  die 24 Jahre alten Drehleiter frühestens möglich umsetzen zu wollen.  

                                                               (Ernst Schmerker)

 

Foto: Zwar versagte die 24 Jahre alte Drehleiter bei der Feuerwehr-Jahreshauptübung

ihren Dienst, doch auch über die Steckleitern glückte der Zugang zu den in den

verqualmten Räumen vermissten Personen, die allesamt gerettet wurden und mit dem Schrecken davon kamen.

                                                             (Aufnahme: Ernst Schmerker)