Hilfsorganisationen stellen ihr Können auch unter Pandemiebedingungen unter Beweis

Gemeinsam bilden sie eine starke Truppe, ohne die etliches nicht so reibungslos und wie selbstverständlich in der Gemeinschaft laufen würde. Und dennoch ist jeder der vier Verbände, die Freiwillige Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), einzigartig und für sich betrachtet unverzichtbar. Dies wissen auch Bürgermeister Stephan Kelbert und das städtische Kulturamt zu schätzen. Mit einer außergewöhnlichen Aktion wollen sie darauf hinweisen, dass selbst ein großes Volksfest wie der Michelstädter Bienenmarkt ohne den ehrenamtlich geleisteten Einsatz der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer dieser Hilfsorganisationen nicht zu stemmen wäre.

Obwohl, oder vielleicht sogar trotz alledem, das größte Odenwälder Frühlingsfest nun zum zweiten Mal in Folge der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist, werden die FW Michelstadt, der DRK Ortsverein und die DRK Bereitschaft Michelstadt, das THW Michelstadt und die DLRG Ortsgruppe Michelstadt-Erbach für die Dauer von vier Wochen (bis 13. Juni) im Stadtbild präsent sein. „Die Hilfsorganisationen haben durch das anhaltende Veranstaltungsverbot mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Künstler, der wir im ersten Schritt unserer Schaufensteraktion eine öffentliche Plattform geboten haben“, erklärt Kulturamtsleiter Heinz Seitz, was ab dieser Woche an vier Orten in der Innenstadt präsentiert wird. Erneut dienen Geschäftsräume in prädestinierter Lage dazu, um dieses Mal auf Organisationen aufmerksam zu machen, die als Eckpfeiler der Gesellschaft gelten. „Die Pandemie hat nicht nur ihre Nachwuchsförderung und Übungsbereitschaft zum Erliegen gebracht. Nicht zuletzt sind ihnen wichtige Einsatzmöglichkeiten, wie beispielsweise der Bienenmarkt, weggebrochen, um auf diesem Weg Einnahmen für ihre Vereinsarbeit zu generieren“, weiß der Kulturamtsleiter um die Nöte der Vereine.

Wer erfahren möchte, wie vielseitig die Freiwillige Feuerwehr von Michelstadt aufgestellt ist, erhält im Schaufenster der früheren Metzgerei Ganß in der Braunstraße einen ansprechend gestalteten Überblick. Dieser reicht von der Mini-Feuerwehr für die Jüngsten bis zum Spielleuteorchester Erbach-Michelstadt. Zum gemeinsamen Fototermin auf dem Marktplatz haben der stellvertretende Wehrführer Volker Fink und Natalie Brunner stellvertretend zwei Einsatzfahrzeuge mitgebracht, darunter das Hubrettungsfahrzeug DLA(K) 23/12 (bedeutet: automatische Drehleiter mit Korb) mit einem Fahrgestell des Mercedes Atego 1630 F. Die Leiter erreicht eine Nennrettungshöhe von 23 Metern bei 12 Metern Nennausladung, was in etwa dem achten Stockwerk entspricht. Die 1869 gegründete Einsatzabteilung hat zurzeit 68 aktive Mitglieder, darunter sind sieben Frauen.

„Neben dem Sanitätsdienst kann man sich im DRK Ortsverein und in der dazugehörigen Bereitschaft auch im Bereich der Betreuung der Blutspende oder der Technik und Sicherheit engagieren“, zählt Bereitschaftsleiter Frederic Neff der Ideengeber der Aktion die Einsatzmöglichkeiten des DRK vor. Sichtbar werden diese im Schaufenster des ehemaligen „Rosablum“ in der Braunstraße. Aktuell engagieren sich in der Bereitschaft 22 aktive Frauen und Männer aus unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen. Im Jahr 2019 absolvierten die Mitglieder der Bereitschaft zusammen über 1.000 Einsatzstunden. Neben dem Bienenmarkt ist es vor allem der Weihnachtsmarkt, der zur Finanzierung der Arbeit beiträgt.

Welche Aufgaben der 1955 gegründete THW Ortsverband Michelstadt für die Gemeinschaft übernimmt, vermittelt die kleine Ausstellung, die im Schaufenster der Erbacher Straße 4 zu sehen ist. „Zurzeit haben wir rund 41 Einsatzkräfte und 14 Jugendliche, die regelmäßig an Ausbildungsdiensten und Einsätzen teilnehmen“, gibt Ortsbeauftragter Peter Greiter einen ersten Überblick. Das THW ist eine Zivilschutzeinheit des Bundes, das auch im Ausland zur Gefahrenabwehr eingesetzt wird. „Um die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Rotem Kreuz, DLRG und Polizei zu optimieren, üben wir regelmäßig mit allen Hilfsorganisationen reale Einsatzszenarien“, setzt er fort, was auch im Odenwaldkreis geschieht. Die Palette reicht vom Retten und Bergen von Personen, Tieren oder Sachgütern im Schadensfall, von Hochwassereinsätzen, Sturmschäden bis zu technischen Hilfeleistungen, Logistiktransporten, Abstützarbeiten und vielem mehr.

Seit 1913 engagiert sich die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft in der Wasserrettung. Basis bilden die unterschiedlichen Schwimmkurse für Kinder mit ihren Schwimmabzeichen und die Schwimmausbildung. In der Rettungsschwimmausbildung reicht die Schulung von der Gefahrenerkennung im Wasser und praktischen Übungen (Juniorretter) bis zum Deutschen Rettungsschwimmabzeichen in Gold, zählt der Vorsitzende der DLRG Michelstadt-Erbach, Dennis Lautenschläger, auf. Alle vier Hilfsorganisationen freuen sich auf das Interesse in der Bevölkerung und sind zuversichtlich, bald wieder im gewohnten Umfang aktiv werden zu können.

(Text, Bilder: Kulturamt Michelstadt)

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