Handdruckspritze

Das wohl älteste erhaltene Löschgerät aus Michelstadt ist diese Handdruckspritze. Durch Körpereinsatz an den beiden Hebelenden wurde das Wasser durch ein in der Mitte befindliches Pumpenrad von der Wasserentnahmestelle bis zur Brandstelle gepumpt. Hierfür konnten bis zu 20 Mann eingesetzt werden, was den hohen Mitgliederbedarf bis in die 1930er Jahre rechtfertigt. Mit der zunehmenden Motorisierung des Feuerwehrwesens verringerte sich der Bedarf für diese Gerätschaften, da die motorbetriebenen Pumpen, zusätzlich zu der belastungsfreien Bedienung, mit einer Förderleistung von 800 Litern in der Minute einen bis zu vierfach höheren Wasserdurchsatz leisteten. Die erste motorenbetriebene Pumpe konnte bei einer Abschlussübung im Jahr 1931 in Betrieb genommen werden. Zu dieser Zeit bestand die Feuerwehr Michelstadt aus offiziell 167 aktiven Feuerwehrmännern, von denen 140 bei der Abschlussübung antraten. Diese Zahlen machen noch einmal deutlich wie viel Personal für den ständigen Betrieb der Handdruckspritzen benötigt wurde.

Das Gespann wurde von Pferden gezogen, die im Brandfall zunächst aus dem Stall geholt werden mussten, und natürlich auch, ähnlich wie die heutige Technik, in der Zeit zwischen den Einsätzen gepflegt werden mussten. Zusätzlich zu der eigentlichen Funktion als Pumpe wurden Schläuche, die damals noch aus Leinenstoff gefertigt waren, und weiteres Material wie Löscheimer und Feuerhaken auf dem Fahrzeug verlastet. Außerdem fand während der Fahrt ein Teil der Bedienmannschaft auf dem Fahrzeug platz.

Gegen Ende der 1910er Jahre befanden sich in der Feuerwehr Michelstadt mehrere Handdruckspritzen im Gebrauch.

 

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